Das Wichtigste auf einen Blick
- Pfannkuchen gibt es weltweit: hauchdünn wie Crêpes, luftig wie Soufflé-Pancakes, knusprig wie Cong You Bing oder schwammig-sauer wie Injera.
- Gemeinsam sind Grundzutaten (Mehl, Eier, Flüssigkeit), Unterschiede liegen in Mehlarten, Triebmitteln, Dicke, Hitze und Belägen/Füllungen.
- Dünn gelingen mit gut hydratisiertem, ruhendem Teig und hoher Hitze; fluffig mit Triebmittel, Buttermilch/Soda und schonendem Wenden.
- Flüssigkeiten variieren: Milch, Buttermilch, Sahne, Bier, Pflanzenmilch, Mineralwasser – Kohlensäure lockert, Fett verhindert Ankleben.
- Mehlalternativen prägen den Stil: Buchweizen, Linsen, Reis, Kichererbse, Kastanie, Teff u. a.
In diesem Guide erfährst du
- Was die wichtigsten internationalen Pfannkuchen-Stile sind – und warum sie so unterschiedlich schmecken.
- Wie Regionen weltweit Pfannkuchen zubereiten und servieren – von Nordamerika bis Afrika und Asien.
- Welche Techniken hauchdünne vs. fluffige Ergebnisse bringen.
- Welche Flüssigkeiten und Mehle du variieren kannst – inklusive glutenfreier Optionen.
- Was hinter National Pancake Day steckt – und wie du Trends wie Ofen-Pfannkuchen und Pancake-Spaghetti souverän umsetzt.
- Wie du Teige weiterdenkst: füllen, schichten, aufbacken, in Brühe servieren.

Warum die Welt Pfannkuchen liebt
Pfannkuchen sind kulinarische Weltbürger, weil sie aus wenigen, überall verfügbaren Zutaten entstehen. Aus Eiern, Mehl und Flüssigkeit werden in Sekunden dünne Fladen, luftige Kuchen oder knusprige Teiglinge – je nachdem, wie du Teig, Pfanne und Hitze führst. Sie sind günstig, schnell, unendlich wandelbar und funktionieren süß wie herzhaft. Deshalb feiern manche Länder sogar den National Pancake Day (u. a. in den USA als Promo- und Charity-Aktion), während in Europa der „Pancake Day“ traditionell am Fett- oder Fastnachtsdienstag (Shrove Tuesday) als letztes Eier-/Fett-Feuerwerk vor der Fastenzeit gilt. Kurz: Pfannkuchen befriedigen den spontanen Craving-Moment genauso wie die große Familienrunde.
Begriffe & Geschichte im deutschsprachigen Raum
Ursprünglich existierten in Deutschland die Begriffe Eierkuchen (eierbetonter Teig) und Pfannkuchen (mehlbetonter Teig) nebeneinander. Regional ist das bis heute bunt: In Berlin und Teilen Ostdeutschlands bezeichnet Pfannkuchenden kugeligen Krapfen – den viele anderswo „Berliner“ nennen. Daneben sind Namen wie Plinse oder Om(e)lettgebräuchlich. In Österreich heißen sie Palatschinken – ein Wort mit weiter Reise: über tschechisch palačinka aus ungarisch palacsinta, vermutlich über rumänisch plăcintă („gefülltes Gebäck“) zurück auf lateinisch placenta(„Kuchen“). Sprachgeschichte spiegelt hier Esskultur.
Was es alles gibt – ein schneller Überblick
International ist die Pfannkuchen-Familie riesig: Amerikanische Pancakes, japanische Soufflé-Pancakes und Dorayaki, französische Crêpes und Galettes, polnische Racuchy, niederländische Pannenkoeken, Blini, dänische Æbleskiver, indische Dosa, japanisches Okonomiyaki, chinesische Cong You Bing (Scallion Pancakes), vietnamesisches Bánh xèo, Palatschinken, Kaiserschmarrn, ukrainische Benderiki, äthiopische Injera oder maghrebinische Baghrir („Tausend-Löcher-Pfannkuchen“). Jede Variante erzählt von lokalen Mehlen, Triebmitteln, Pfannen, Fetten und dem, was als „richtig“ gegart gilt – vom hauchfeinen Film bis zum goldbraunen Wolkenkissen.
Gemeinsames & Unterschiede – die Stellschrauben
Die Gemeinsamkeit ist simpel: Ein gegarter, flacher Teig aus einer Stärkequelle (Getreide- oder Hülsenfruchtmehl), Flüssigkeit und oft Ei. Unterschiede entstehen, sobald du an den Stellschrauben drehst. Mehlart bestimmt Aroma und Textur; Trieb (Backpulver, Natron, Sauerteig, Fermentation) entscheidet über Porung; Fett in Teig oder Pfanne beeinflusst Saftigkeit und Bräunung. Dicke reicht von 0,5 mm (Crêpe) bis 3 cm (Soufflé-Pancake). Hitze formt Oberflächen: hohe Temperaturen für Randknusper und schnelle Glasierung, moderate Hitze für gleichmäßige Lockerung. Ruhen lässt Gluten entspannen und Bläschen stabil werden – besonders wichtig für dünne Teige. So entstehen aus gleichen Grundzutaten völlig verschiedene Charaktere.
Hauchdünn oder fluffig? Technik, die sitzt
Für hauchdünn: Mische einen fließenden Teig (≈ Crêpe-Konsistenz), rühre Klümpchen glatt und lass ihn 20–60 Minuten ruhen. Erhitze eine gut beschichtete oder gusseiserne Pfanne stark, benetze sie hauchdünn mit Öl/Butterschmalz und gieße wenig Teig ein. Sofort schwenken/verteilen (Crêpe-Spachtel hilft). Backe kurz, wende, nur noch wenige Sekunden auf Seite zwei – Ziel ist Flexibilität, nicht Trockenheit.
Für fluffig: Arbeite mit Backpulver/Natron (gern in Kombi mit Buttermilch für CO₂-Kick). Eier nicht überrühren, sondern nur kurz einarbeiten; für Extra-Lift Eiweiß halbsteif schlagen und unterheben. Backe bei mittlerer Hitze, damit die Mitte gar wird, bevor die Oberfläche zu dunkel ist. Wenden erst, wenn Bläschen platzen und Ränder matt werden. Nicht andrücken – sonst presst du Luft heraus.
Flüssigkeiten & Fette – was die Textur prägt
Statt Milch funktionieren Buttermilch, Sahne, Pflanzenmilch, Bier sowie Mineral-/Sodawasser. Kohlensäure lockert den Teig spürbar und bringt mehr Leichtigkeit in dünne wie dicke Varianten. Ein kleiner Öl- oder Sahneanteil im Teig reduziert Ankleben und sorgt für zartere Krume. In der Pfanne liefern Butterschmalz (nussiges Aroma, hohe Hitzestabilität) oder Öl (neutral bis sortentypisch, z. B. Erdnussöl) gleichmäßige Bräunung. Für vegane Teige helfen gemahlene Leinsamen/Chia als Bindung – die Technik bleibt dieselbe: nicht übermixen, ruhen lassen, Hitze kontrollieren.
Mehle & Alternativen – mehr als Weizen
Viele Klassiker definieren sich über das Mehl: Buchweizen (Galettes), Teff (Injera), Kichererbse (Socca/Chilla), Linsen (Dosa/Adai), Reis (Bánh xèo), Buchweizen + Weizen (Blini), Kastanie/Maronen (Ardèche-Crêpes), Sorghum/Hirse (afrikanische Varianten). Diese Mehle bringen eigene Aromen und Bindeeigenschaften mit. Tipp: Bei glutenfreien Mehlen die Flüssigkeit schrittweise dosieren, den Teig länger quellen lassen und ggf. ein wenig Stärke zugeben, damit die Oberfläche schön schließt.
HENSSLERS Pfannkuchen-Vielfalt: Die Rezepte
Ofen-Pfannkuchen mit karamellisierten Äpfeln
Birnen-Pfannkuchen à la Henssler
Schokoladen-Crêpes mit Quarkfüllung
Herzhafte chinesische Pfannkuchen mit Dip
Grüner Pfannkuchen mit Zucchini-Feta-Speck-Salat
Brezenknödel-Pfannkuchn mit Rahm-Speck-Champignons
Weltreise des Pfannkuchens – so isst die Welt
Nordamerika: Pancakes sind dick und weich, oft mit Buttermilch und Backpulver. Serviert mit Butter, Ahornsirup, Bacon oder Blaubeeren. Das japanisch inspirierte Soufflé-Format ist Trend in Cafés – extrem fluffig, sanft bei niedriger Hitze gebacken.
Südamerika: Je nach Region finden sich Mais- und Maniok-Teige; süße Toppings, Dulce de Leche oder Frischkäse-Füllungen sind verbreitet. Straßenstände bieten oft dünne Fladen mit Frucht und Kondensmilch.
Europa: Frankreich trennt süße Crêpes und herzhafte Galettes aus Buchweizen. Niederländische Pannenkoeken sind groß, mittel-dick und „mitgebacken“ belegt (Speck, Apfel). Ebenfalls aus den Niederlanden stammen die Poffertjes. Österreich serviert Palatschinken gefüllt/überbacken, außerdem Kaiserschmarrn – zerrupfte, buttrige Pfannkuchenwolken. In Deutschland spannt die Bandbreite von dünn bis dick; aus Palatschinken geschnittene Flädle landen in kräftiger Brühe.
Afrika: Injera dient als Teller und Beilage – groß, sauerteig-fermentiert (Teff), schwammig mit feinen Poren; Baghrir aus Grieß/Hefe zeigt „tausend Löcher“, wird mit Butter und Honig/Sirop serviert.
Asien: Dosa (fermentierter Reis-/Linsenteig) ist dünn und knusprig, mit Sambar und Chutneys. Okonomiyaki ist ein herzhafter Kohl-Pfannkuchen, der mit Mayo, Okonomi-Sauce und Bonitoflocken gekrönt wird. Cong You Bing sind schichtige Frühlingszwiebel-Fladen – außen knusprig, innen zart. Bánh xèo knistert in der
![[[caption]]Blinis als Canapé[[endcaption]]](https://cdn.shopify.com/s/files/1/0763/4036/3592/files/food-3148755_1920.jpg?v=1760610930)
Pfanne, wird mit Kräutern und Dip gerollt. Dorayaki sind kleine Castella-Sandwiches mit Bohnenpaste.
Russland & Osteuropa: Blini (teils mit Buchweizen, teils mit Hefe) werden mit Smetana, Lachs, Kaviar oder Marmelade serviert. Racuchy sind apfelige Hefepuffer; Benderiki werden gefüllt und knusprig ausgebacken.
Indien & Umgebung: Neben Dosa gibt es Chilla/Pudla (Kichererbsenmehl), oft mit Gewürzen und Kräutern. Dicke, süße Varianten sind seltener – stattdessen spielen Gewürze, Fermentation und Dips die Hauptrolle.
Sonder-Dinge: Ofenpfannkuchen & Flädle-Suppe
Ofen-Pfannkuchen („Dutch Baby“) ist Showküche pur: Ein dünnflüssiger Teig kommt in eine brüllend heiße, gebutterte Gusseisenpfanne und schießt im Ofen spektakulär in die Höhe. Außen knusprig, innen custard-artig – perfekt für Zitrone-Zucker, Beeren oder herzhafte Toppings (Lachs, Kräuter, Frischkäse). Praktisch: Du bäckst für viele auf einmal.
Die Flädle-Suppe zeigt die Resteküche-Eleganz des Alpenraums: Dünne Pfannkuchen (Palatschinken) in feine Streifen schneiden, in kräftiger Rinder- oder Gemüsebrühe servieren, mit Schnittlauch toppen. Textur trifft Umami – minimaler Aufwand, maximale Wirkung.
Foodtrends mit Pfannkuchen
Der Trend Ofen-Pfannkuchen ist Social-Media-Star, weil er fotogen aufplustert und variabel belegt werden kann – süß wie herzhaft. Ebenfalls in der Timeline: Pancake-Spaghetti. Dafür backst du sehr zähen Pancake-Teig in dünnen Linien (Squeeze-Bottle) bei mittlerer Hitze, wendest das „Nudel-Nest“ kurz und servierst es mit Butter/Zimt-Zucker, Beeren oder herzhafter Sauce. Wer für viele backt, mag Blech-Pancakes: Teig aufs Blech, ins Rohr, in Quadrate schneiden – gleichmäßig, planbar, brunch-tauglich.
Ableitungen & Weiterverarbeitung
Pfannkuchen sind perfekte Bauteile. Dünne Crêpes werden zu Röllchen mit Frischkäse, Kräutern und Lachs; herzhaft gefüllt und im Ofen mit Sauce überbacken, erinnern sie an Cannelloni – nur schneller. Mehrere Crêpes lassen sich zur Torte stapeln (Crêpe-Cake), Schichten mit Patisseriecreme oder Mascarpone ergeben eine feine Dessert-Architektur. Blini dienen als Canapé-Basis; Dosa werden zu Masala-Dosa mit Kartoffelfüllung. Übriggebliebene Palatschinken geben, in Butter knusprig gebraten, großartige Resteküche – von Zucker-Zimt bis Pilzrahm.
Technik-Feinschliff: kleine Unterschiede, große Wirkung
Ruhen lassen entspannt Gluten und hydratisiert Mehl – 20–60 Minuten sind ein Sweet Spot. Konsistenz steuert Dicke: Für hauchdünn darf der Teig fast „trinkbar“ sein; für fluffig eher wie dicke Sahne. Hitze zuerst hoch zum Anbacken, dann moderat für gleichmäßige Garung. Fetten lieber sparsam, aber regelmäßig – dünner Film statt Pfütze, damit die Oberfläche hübsch bräunt. Wenden mit Gefühl: Wenn Ränder matt werden und die Oberfläche Blasen zeigt. Würzendezent im Teig (Prise Salz/Zucker, Vanille/Zitrus für süß; Kräuter/Gewürze für herzhaft) – das Finish passiert über Toppings.
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