Das Wichtigste auf einen Blick
- Heiligabend schlicht, Feiertage festlich: Am 24.12. dominiert Einfaches wie Kartoffelsalat mit Würstchen oder Fisch; an den Feiertagen folgen Gans, Ente, Braten.
- Beliebtheit: Würstchen mit Kartoffelsalat liegt weiter vorn; Ente, Gans, Raclette und Fisch folgen dicht.
- Regionen ticken verschieden: Kartoffelsalat-Traditionen unterscheiden sich deutlich (Norden meist mit Mayo, Süden mit Brühe/Essig/Öl). Ostdeutsche Bundesländer servieren überdurchschnittlich oft den Klassiker; im Saarland führt Geflügel.
- Fastentradition wirkt nach: Der 24.12. war vielerorts ein (Abstinenz-)Fasttag—daher Fisch, z. B. Karpfen (im Süden gebraten, im Norden „blau“).
- Selbstgekocht: Über 80 % der Menschen kochen zu Weihnachten selbst – die Küche ist Teil des Festes.
Heiligabend: bewusst schlicht

Der 24. Dezember ist in vielen Familien entschleunigt. Man kommt aus dem letzten Arbeitstag, aus dem Kindertrubel, aus dem Geschenkestress und möchte trotzdemzusammen essen – nur ohne stundenlang in der Küche zu stehen. Deshalb hält sich der Klassiker Kartoffelsalat mit Würstchen seit Jahrzehnten wacker. Was „Kartoffelsalat“ bedeutet, variiert allerdings stark:
Im Norden ist die Mayonnaise-Fraktion verbreitet – cremig, oft mit Gurke, Ei, manchmal Fleischwurst. Im Süden dominiert die Brühe–Essig–Öl-Variante: leichter, herzhaft, mit Zwiebeln, manchmal Speck oder Feldsalat on top. Und dazwischen unzählige Familienrezepte, die genau so schmecken müssen, wie sie „schon immer“ geschmeckt haben.
Spannend ist das Ost-West-Gefälle: In vielen östlichen Bundesländern landet der Salat besonders häufig am Heiligabend auf dem Tisch, während im Saarland vergleichsweise selten Kartoffelsalat mit Würstchen gegessen wird – dort hat Geflügel die Nase vorn. Ebenfalls typisch: Fisch am 24.12. – eine Fortsetzung der älteren Fastenpraxis (dazu gleich mehr).
REZEPT: Zweierlei Kartoffelsalat mit Würstchen
Fasten, Fisch & Karpfen: Geschichte auf dem Teller
Im Mittelalter galt die Adventszeit vielerorts als Fastenzeit. Fleisch warmblütiger Tiere war tabu – Fisch hingegen erlaubt. Heiligabend führte das zu einer schlichten, fleischlosen Küche. Die Tradition wirkt bis heute nach: Karpfen ist vielerorts Festtagsfisch, allerdings regional sehr unterschiedlich interpretiert.
Im Süden wird er oft gebraten, mit knuspriger Haut und Butternoten; im Norden ist „Karpfen blau“ verbreitet – im leicht sauren Sud gegart, zart und aromatisch.
- REZEPT: Schlemmerfilet Bordelaise
- REZEPT: Sashimi vom Lachs „Christmas Style“

Die Feiertage: opulent & traditionell
Am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag wird aufgetischt. Gans und Ente führen die Braten-Liga an; vielerorts kommen Rinderrouladen, Schmorbraten oder Rehrücken dazu. Die Füllungen von Gans/Ente sind ein Spiegel der Regionen und Vorlieben: fruchtig mit Apfel, Orange, Trockenpflaumen; herzhaft mit Semmelmasse, Kräutern, Hack oder Maronen. Serviert wird klassisch mit Rotkohl, Grünkohl (in Mecklenburg-Vorpommern quasi Pflichtprogramm), Knödeln oder Kartoffeln.
Für Familien, die sich nicht zwischen Kochen und Zusammensein entscheiden wollen, sind Raclette und Fondue ideale Kompromisse: lange Tafel, wenig Stress, maximaler Gesprächsfluss. Es ist ein anderes Festlich – weniger „Show“ vom Ofen, dafür Interaktion am Tisch.
- REZEPT: Die perfekte Weihnachtsgans
- REZEPT: Knusprige Weihnachtsente mit Fülung
- REZEPT: Rinderrouladen
- REZEPT: Bratensauce
Regionale Spezialitäten: Vielfalt statt Einheitsbrei
Auch wenn es die Klassiker überall im Bundesland gibt – Deutschland kocht an Weihnachten auch regional. Ein paar Beispiele, die die Landkarte bunt machen:
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Neunerlei (Neinerlaa) im Erzgebirge/Vogtland: neun Speisen, jede mit einer anderen symbolischen Bedeutung – für Glück, Gesundheit, Wohlstand und mehr im neuen Jahr.
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Grünkohl in Mecklenburg-Vorpommern (und im ganzen Norden geschätzt): klassisch mit Kassler/Pinkel und (teils gesüßten) Kartoffeln – oder modern mit Haselnuss-Crunch und Senf-Vinaigrette.
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Weihnachtsstollen, besonders Dresdner Stollen: schwer, duftig, reich – ein Adventsbegleiter, der an den Feiertagen seinen Höhepunkt hat.
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Weckmänner in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz: Hefeteig-Figuren mit Tradition.
- Breslauer Mehlkloß (niederschlesisch): ein fast vergessener Klassiker, der zeigt, wie sehr regionale Prägungen Familienrezepte beeinflusst.
Zahlen & Stimmungen: Was die Umfragen erzählen
Befragungen von 2024 zeigen: Kartoffelsalat mit Würstchen bleibt der populärste Heiligabend-Klassiker; Ente und Gans bilden an den Feiertagen das Braten-Duo, Raclette hält seine starke Rolle als gemeinschaftliches Format, Fisch bleibt für viele der 24.12.-Favorit. Ein weiteres Muster: Am 24. Dezember wählen viele einfache Mahlzeiten – das große Festessen folgt am 25./26..
Bemerkenswert ist zudem: Laut einer Studie, die „too good to go“ präsentierte, kochen über vier Fünftel der Befragten selbst. Ob tatsächlich alle den Kochlöffel schwingen oder gemeint ist, dass Selbstgekochtes gegessen wird, bleibt offen. Fest steht jedoch: Weihnachten ist nicht nur Essen, sondern Kochen als Ritual.
HENSSLERS Weihnachtsessen
- Heiligabend schnell & gut: Backfisch oder Lachsfilet in der Zeitung gegart, dazu Kartoffelsalat (klassisch oder knuspriger Asia-Kartoffelsalat).
- Der Klassiker: Feldsalat mit Rahmchampignon-Dressing, Knusprige Ente mit Semmelknödelfüllung, würzige Entenjus und weihnachtlicher Rotkohl
- Raclette: marinierte Garnelen für „oben drauf“, Chili Mayo und Crispy Chili Öl als Dip, French Dressing zum Beilagensalat
- Fisch-Feiertag: Tomaten-Chili-Suppe, Dorade in der Tüte gegart, Knusprige Kartoffelbällchen, Spekulatius-Kirschtraum
- Vegetarisches Menü: Grünkohlsalat mit Granatapfel, Pilzfrikadellen oder knuspriges Auberginen-Schnitzel, Kartoffel-Kürbis-Gratin, Bratapfel mit knusprigen Vanilleeis
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Fazit
Weihnachten auf deutschen Tellern ist Erinnerung + Gegenwart: ein bewusst schlichter Heiligabend und opulente Feiertage, dazwischen Regionen, die ihre Geschichte erzählen – vom Karpfen über Neunerlei bis zur Gans. Die Zahlen bestätigen das Bauchgefühl, aber am Ende kocht jede Familie ihr eigenes Kapitel. Wer klug plant, kocht entspannter – und wer mit Sinn für Herkunft und Qualität einkauft, serviert Gerichte, die nach Zuhause schmecken.